Beispiel: Laura, 32, Angestellte, 3.200 € netto.
Erwartete gesetzliche Rente: 1.850 € brutto, nach Steuern und Abgaben bleiben 1.420 € netto. Benötigtes Einkommen (80 % von 3.200 €): 2.560 €.
Rentenlücke: 1.140 € pro Monat.
Um diese Lücke zu schließen, müsste Laura ab heute 485 € monatlich in einen ETF-Sparplan investieren, bei angenommenen 7 % Rendite.
Dein Ergebnis wird anders aussehen. Berechne es jetzt.
Was dein Ergebnis bedeutet
Rentenlücke unter 300 €
Du bist auf einem guten Weg. Eine kleine Lücke lässt sich mit überschaubaren Sparraten schließen. Bei 250 € Lücke reichen oft 100 bis 150 € monatliche Sparrate, abhängig vom zeitlichen Horizont. Sinnvolle Optionen: ETF-Sparplan ab 50 € monatlich, betriebliche Altersvorsorge prüfen, Riester-Rente falls zulagenberechtigt.
Rentenlücke zwischen 300 und 700 €
Das ist der Normalfall für die meisten Angestellten. Diese Lücke erfordert konsequente private Vorsorge, ist aber absolut machbar. Ein ETF-Sparplan mit 200 bis 350 € monatlich, kombiniert mit betrieblicher Altersvorsorge, ist der bewährteste Weg. Beispiel: Eine Lücke von 500 € über 30 Jahre schließen erfordert rund 250 € monatliche Sparrate bei 7 % Rendite.
Rentenlücke über 700 €
Eine große Lücke entsteht meist bei hohem Einkommen oder geringen Rentenansprüchen. Hier ist ein strukturiertes Finanzcoaching sinnvoll, um eine realistische Strategie zu entwickeln. Eine Rentenlücke von 1.000 € erfordert oft 450 bis 550 € monatliche Sparrate. Das ist für die wenigsten sofort umsetzbar, deshalb gibt es Alternativen.
Die Sparrate erscheint dir zu hoch?
Das ist völlig normal. Niemand hat sofort 400 bis 500 € übrig. Es gibt vier Wege.
Schrittweise steigern: Starte mit 100 €, erhöhe jährlich um 50 €. Nach 5 Jahren sparst du 350 € monatlich.
Renteneintrittsalter anpassen: Ein Jahr länger arbeiten (bis 68 statt 67) reduziert die nötige Sparrate um ca. 15 bis 20 %.
Ansprüche realistisch anpassen: Nicht 80 %, sondern 70 % vom Nettoeinkommen im Alter. Das reduziert die Rentenlücke deutlich.
Einmalzahlungen nutzen: Steuerrückerstattung, Weihnachtsgeld und Boni direkt in die Altersvorsorge stecken. Beispiel: 250 € monatlich plus 3.000 € Weihnachtsgeld jährlich entsprechen einer Sparrate von 500 € monatlich.
So funktioniert der Rentenlückenrechner
Der Rechner führt dich in wenigen Schritten zu deiner persönlichen Rentenlücke. Er berücksichtigt nicht nur deine erwartete Rente, sondern auch Inflation und Steuern.
Du gibst folgende Daten ein:
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Dein heutiges Alter und dein Renteneintrittsalter
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Dein aktuelles Nettoeinkommen und dein gewünschtes Renteneinkommen in Prozent
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Deine erwartete gesetzliche Brutto-Rente
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Wirtschaftliche Annahmen zu Inflation und Rentensteigerung sowie Sozialabgaben und Steuern
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Optional kannst du Eigenkapital, Lebenserwartung und erwartete Rendite eintragen
Der Rechner kalkuliert dann deine Rentenlücke und, falls gewünscht, die benötigte monatliche Sparrate.
Die Rentenlücke: Eine Gefahr für deinen Lebensstandard
Das Rentenniveau sinkt. 1990 lag es bei 55 % des Durchschnittslohns, 2024 bei 48 %. Nach dem Gesetz von 2025 bleibt es bis 2030 bei 48 %.
Was das konkret bedeutet: Wer heute 3.000 € netto verdient, bekommt später rund 1.440 € netto Rente, nach Steuern und Abgaben.
Deine Kosten sinken im Alter aber nicht um 50 %. Miete, Lebensmittel und Krankenversicherung bleiben gleich oder steigen sogar. Pflegekosten können 2.000 bis 4.000 € monatlich erreichen. Weg fallen lediglich Pendel- und Arbeitswegskosten, Kinderkosten (wenn ausgezogen) und möglicherweise abbezahlte Kredite.
Realistisch brauchst du 70 bis 85 % deines heutigen Nettoeinkommens im Alter.
Die Lücke zwischen gesetzlicher Rente und diesem Bedarf musst du selbst schließen. Der Staat übernimmt das nicht mehr.

Noch offene Fragen zum Thema? Hier findest du die wichtigsten Antworten.
