Entnahmerechner: Wie lange reichen 300.000 € bei 1.000 € monatlicher Entnahme?

Beispiel: Martin, 67, Rentner, 350.000 € ETF-Portfolio.

Gewünschtes Zusatzeinkommen: 1.500 € monatlich (18.000 € jährlich)

Erwartete Rendite: 5 % p.a. (nach Inflation)

Ergebnis des Rechners:

Benötigtes Startkapital für 25 Jahre: 254.000 € (vor Steuern)

Martin hat 350.000 € → Er kann sich 25 Jahre lang 1.500 € monatlich auszahlen und hat am Ende noch 96.000 € übrig.

Alternative: Bei 4 % Entnahmerate (= 1.167 € monatlich) würde sein Kapital theoretisch ewig halten.

Dein Vermögen ist anders. Berechne jetzt, wie lange es reicht:

Entnahmerechner
Plane deine finanzielle Freiheit
Eingaben
24.000 €
5,0 %
26,375 %
10 Jahre
Kapitalentwicklung über 10 Jahre
Jährliche Entnahme
24.000 €
Dein gewünschtes Einkommen
Benötigtes Startkapital
197.788 €
Inkl. Steuern für 10 Jahre
Benötigtes Startkapital
185.322 €
Exkl. Steuern für 10 Jahre

ℹ️ Disclaimer: Dieser Rechner berücksichtigt KEINE Steuern, Sozialversicherung oder Inflation. Marktvolatilität kann dein Kapital früher aufbrauchen. Vergangene Renditen sind keine Garantie. Lass dich professionell beraten. [→ Vollständige rechtliche Hinweise]

Was dein Ergebnis bedeutet

Wenn dein Vermögen länger hält als deine Lebenserwartung

Beispiel: Du hast 400.000 €, brauchst 1.200 € monatlich, und der Rechner zeigt: Dein Geld reicht 40+ Jahre.

Das bedeutet:

Du bist überversorgt. Du könntest:

  1. Entnahme erhöhen: Statt 1.200 € könntest du 1.800-2.000 € entnehmen
  2. Erben bedenken: Überlege, ob du deinen Kindern/Enkeln schon jetzt Schenkungen machen willst (Freibeträge nutzen)
  3. Lebensqualität steigern: Gönn dir mehr Reisen, Hobbys, Erlebnisse

Wichtig: Sei nicht zu sparsam. Du hast dein Leben lang gearbeitet und gespart. Jetzt ist Zeit, zu genießen.

Faustregel:

Wenn dein Kapital länger hält als deine statistische Lebenserwartung + 10 Jahre, entnimmst du zu wenig.

Wenn dein Vermögen genau bis zur statistischen Lebenserwartung reicht

Beispiel: Du bist 67, hast 300.000 €, brauchst 1.500 € monatlich, und der Rechner zeigt: Dein Geld reicht 22 Jahre (bis 89).

Das bedeutet:

Du bist gut aufgestellt, solltest aber vorsichtig planen.

Die Risiken:

1. Langlebigkeitsrisiko: Was wenn du 95 wirst?

  • Wahrscheinlichkeit: ca. 15 % bei Männern, 25 % bei Frauen

2. Marktrisiko (Sequence-of-Returns):

  • Schlechte Börsenjahre am Anfang der Entnahme können dein Kapital schneller aufbrauchen
  • Beispiel: 30 % Crash in den ersten 3 Jahren → Kapital reicht nur noch 18 statt 22 Jahre

3. Unvorhergesehene Kosten:

  • Pflegeheim kann 3.000-5.000 € monatlich kosten
  • Nur teilweise durch Pflegeversicherung gedeckt

Handlungsoptionen:

1. Sicherheitspuffer einbauen

Plane bis 95 statt bis 89 (reduziert Entnahme auf ca. 1.200 € monatlich)

2. Teilweise Renten-Absicherung

100.000 € in Sofortrente umschichten = garantiert 400-500 € monatlich lebenslang

3. Flexible Entnahme

In guten Börsenjahren (+15 % Rendite) mehr entnehmen, in schlechten Jahren (-10 % Rendite) weniger

4. Bucket-Strategie

2-3 Jahre Lebenshaltungskosten in Cash (36.000-54.000 €) → Schützt vor Zwangsverkäufen im Crash

Wenn dein Vermögen zu früh aufgebraucht ist

Beispiel: Du bist 67, hast 200.000 €, brauchst 2.000 € monatlich, und der Rechner zeigt: Dein Geld reicht nur 12 Jahre (bis 79).

Das ist problematisch.

Warum?

Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei:

  • Männer mit 67: ca. 83 Jahre (16 Jahre im Ruhestand)
  • Frauen mit 67: ca. 86 Jahre (19 Jahre im Ruhestand)

Du hast eine Versorgungslücke von 4-7 Jahren.

Was tun?

Option 1: Entnahme drastisch reduzieren

  • Statt 2.000 € → 1.250 € monatlich entnehmen
  • Dann reicht das Geld 20 Jahre (bis 87)
  • Die fehlenden 750 € musst du anders kompensieren

Realitäts-Check: Kannst du mit 750 € weniger pro Monat leben?

→ Miete/Nebenkosten bleiben gleich

→ Du musst bei Lebensmitteln, Urlaub, Hobbys drastisch sparen

Option 2: Zusatzeinkommen aufbauen

Teilzeit-Job im Ruhestand: 15-20 Std./Woche = 800-1.200 € netto

Realistisch bis 72-75 Jahre, danach schwierig

Immobilie vermieten: Falls vorhanden

Einliegerwohnung oder Untermiete = 400-800 € monatlich

Lebensversicherung auflösen: Einmalzahlung zur Aufstockung des Kapitals

Option 3: Länger arbeiten (wenn noch nicht in Rente)

  • 2 Jahre länger arbeiten (bis 69) = 48.000 € mehr angespart
  • Reduziert Entnahmezeitraum um 2 Jahre
  • Kann die Versorgungslücke vollständig schließen

Option 4: Teilverkauf der Immobilie

Falls du ein Haus besitzt:

  • Leibrente: Haus verkaufen, aber lebenslang drin wohnen bleiben
  • Verkauf auf Nießbrauchbasis: Sofortige Einmalzahlung + Wohnrecht
  • Umkehrhypothek: Monatliche Auszahlung gegen Immobilienwert

Realität:

Das passiert häufiger als gedacht. Viele Rentner:

  • Überschätzen ihre Rendite (erwarten 7 %, bekommen 4 %)
  • Unterschätzen ihre Lebenserwartung
  • Vergessen Inflation bei der Planung

Meine dringende Empfehlung:

Bei einer Versorgungslücke dieser Größe brauchst du professionelle Beratung. Jetzt.

Die 4-Prozent-Regel: Dein Benchmark

Was ist das?

Entnimm jährlich 4 % deines Startkapitals → Dein Geld hält statistisch 30+ Jahre.

Die Rechnung:

  • Startkapital: 300.000 €
  • 4 % davon: 12.000 € jährlich = 1.000 € monatlich
  • Angenommene Rendite: 5 % p.a. (nach Inflation)
  • Ergebnis: Dein Kapital hält theoretisch ewig (weil 5 % Rendite > 4 % Entnahme)

Woher kommt die Regel?

Trinity Study (1998): Analyse von 75 Jahren US-Börsendaten.

Ergebnis: Bei 4 % Entnahme überlebte das Portfolio in 95 % der Fälle 30 Jahre.

In der Praxis:

Die 4-Prozent-Regel ist konservativ. Mit 5-6 % Rendite (realistisch bei ETF-Portfolio) kannst du auch 4,5-5 % entnehmen, ohne dass das Kapital in 30 Jahren aufgebraucht ist.

Aber Vorsicht:

Markt-Timing ist entscheidend. Wenn du in den ersten 5 Jahren deiner Entnahme einen Börsencrash erlebst, kann dein Kapital trotz 4 % Entnahme schneller aufgebraucht sein.

Lösung: Dynamische Entnahme (mehr dazu unten).

Anpassungen der Regel:

3 % Entnahme: Maximale Sicherheit, Kapital wächst weiter

4 % Entnahme: Standard, sehr sicher

5 % Entnahme: Wenn du zusätzliches Einkommen hast (Rente)

6 %+ Entnahme: Nur bei kurzem Entnahmezeitraum (10-15 Jahre)

So funktioniert der Entnahmerechner

Mit dem Entnahmerechner kalkulierst du, wie lange dein Kapital reicht oder welche Anfangssumme du benötigst. Er berücksichtigt dabei nicht nur deine Entnahmen, sondern auch die erwirtschaftete Rendite und die fälligen Steuern.

Gib dazu einfach folgende Werte ein:

  • Gewünschte jährliche Entnahme: Der Betrag, den du dir jährlich aus deinem Vermögen auszahlen lassen möchtest.

  • Erwartete jährliche Rendite: Der durchschnittliche Ertrag, den dein angelegtes Vermögen voraussichtlich erwirtschaften wird (z.B. aus ETFs oder anderen Investments).

  • Kapitalertragssteuer: Der Steuersatz, der auf deine Kapitalerträge anfällt (in Deutschland 26,375 % inkl. Soli; Stand: 2025).

  • Entnahmezeitraum: Die Anzahl der Jahre, über die dein Vermögen die gewünschten Entnahmen ermöglichen soll.

Der Rechner zeigt dir dann, wie viel Startkapital du benötigst oder wie lange dein vorhandenes Kapital ausreicht.

Die Kunst der Entnahme: Dein Schlüssel zur finanziellen Freiheit

Die “richtige” Entnahmestrategie ist entscheidend, um dein Vermögen im Ruhestand zu erhalten oder es über einen bestimmten Zeitraum zu strecken. Eine zu hohe Entnahme kann dazu führen, dass dein Kapital vorzeitig aufgebraucht ist, besonders in Zeiten niedriger Renditen oder hoher Inflation. Eine zu niedrige Entnahme bedeutet, dass du dir nicht den Lebensstandard leistest, den du dir verdient hast.

Mit der richtigen Entnahmestrategie deinen Lebensstandard halten

Sichere Entnahmerate und Langlebigkeitsrisiko

Ein wichtiger Faktor ist die sogenannte “sichere Entnahmerate” (oft bei 3-4 % des Startkapitals genannt), die berechnet, wie viel du jährlich entnehmen kannst, ohne dass dein Kapital aufgebraucht wird, selbst über sehr lange Zeiträume. Der Entnahmerechner hilft dir dabei, diese Balance zu finden und das Langlebigkeitsrisiko (das Risiko, dass du länger lebst, als dein Geld reicht) zu minimieren.

Dein Vermögen arbeitet weiter

Auch im Ruhestand sollte dein Kapital weiter für dich arbeiten. Eine kluge Anlagestrategie mit einer erwarteten jährlichen Rendite (z.B. durch ETFs) ist entscheidend, um die Inflation auszugleichen und dein Vermögen möglichst lange zu erhalten. Nur so kannst du dir deine gewünschte jährliche Entnahme dauerhaft leisten.

Ruhestand mit kluger Anlagestrategie genießen

Wichtige Fragen zum Entnahmerechner (FAQ)

Du hast noch offene Fragen zur Entnahmestrategie im Ruhestand? Hier findest du die wichtigsten Antworten und Fakten im Überblick.

Die Regel: Entnimm im ersten Jahr 4 % deines Kapitals, danach inflationsangepasst.

Beispiel:

  • Jahr 1: Startkapital 300.000 € → Entnahme 12.000 € (4 %)
  • Jahr 2: Entnahme 12.240 € (12.000 € + 2 % Inflation)
  • Jahr 3: Entnahme 12.485 € (12.240 € + 2 % Inflation)
  • Jahr 4: Entnahme 12.735 € (12.485 € + 2 % Inflation)
  • Usw.

Ergebnis (bei 7 % nominaler Rendite, 2 % Inflation):
Dein Kapital reicht 30+ Jahre, oft sogar ewig (weil 5 % reale Rendite > 4 % Entnahme).

Woher kommt die Regel?

Trinity Study (1998): Historische Analyse von 75 Jahren US-Börsendaten (1926-1995).

Ergebnis:
Bei 4 % Entnahme und einem Portfolio aus 50 % Aktien / 50 % Anleihen überlebte das Portfolio in 95 % der Fälle mindestens 30 Jahre.

Nur in 5 % der Fälle (= schwere Krisen wie die Große Depression) war das Kapital früher aufgebraucht.

Ist 4 % zu konservativ?

Ja, wenn:

  • Du zusätzliche Einnahmen hast (gesetzliche Rente von 1.500-2.000 €)
  • Du flexibel bist (kannst in Crashjahren 20 % weniger ausgeben)
  • Du nicht 30, sondern nur 20 Jahre überbrücken musst
  • Dein Portfolio >70 % Aktien enthält (höhere Rendite)

Nein, wenn:

  • Du keine zusätzliche Rente hast
  • Du sehr lange leben wirst (90+ Jahre)
  • Du absolut nicht flexibel bist (fixe Ausgaben)

Alternativen:

  • 3 % Entnahme: Maximale Sicherheit, Kapital wächst sogar weiter
  • 4 % Entnahme: Standard, sehr sicher (95 % Erfolgsrate)
  • 5 % Entnahme: Gut, wenn du Rente hast (85 % Erfolgsrate)
  • 6 %+ Entnahme: Nur bei kurzem Zeitraum (10-15 Jahre)

Wichtig:
Die 4-Prozent-Regel geht von einem Mix aus Aktien (50-75 %) und Anleihen (25-50 %) aus, nicht von 100 % Cash oder 100 % Aktien.

Für Deutschland:

Die Regel funktioniert auch hier, aber:

  • Berücksichtige Steuern (26,375 % Kapitalertragssteuer)
  • Nutze Freibeträge (1.000 € pro Person, 2.000 € für Ehepaare)
  • Plane konservativer (3,5 % statt 4 %), weil die gesetzliche Rente niedriger ist als in den USA

Das Szenario:

Du hast 250.000 € mit 67. Du entnimmst 1.800 € monatlich (21.600 € jährlich = 8,6 %).

Realistisch: Bei dieser Entnahmerate ist dein Geld in 15-18 Jahren aufgebraucht (mit 82-85).

Statistische Lebenserwartung:

  • Männer mit 67: ~83 Jahre
  • Frauen mit 67: ~86 Jahre

→ Du hast eine Versorgungslücke von 0-4 Jahren (Männer) oder 1-6 Jahren (Frauen).

Was dann?

Option 1: Nur noch von der gesetzlichen Rente leben

Beispiel:

  • Vorher: 3.250 € (1.450 € Rente + 1.800 € Entnahme)
  • Nachher: 1.450 € (nur Rente)
  • Lebensstandard sinkt um 55 %

Was bedeutet das konkret?

  • Urlaube streichen
  • Auto abschaffen (oder deutlich kleineres)
  • Evtl. kleinere Wohnung (Umzug mit 85?)
  • Hobbys einschränken
  • Nur noch Discounter statt Supermarkt

Option 2: Teilzeit-Job mit 82?

Unrealistisch. Mit 82 ist deine Arbeitsfähigkeit stark eingeschränkt. Selbst einfache Jobs (Minijob) sind schwierig.

Option 3: Familienunterstützung

Auf Kinder/Verwandte angewiesen sein.
Für viele psychologisch belastend und unangenehm.

Option 4: Sozialamt (Grundsicherung im Alter)

  • Aktuell: ca. 900-1.000 € monatlich (Stand 2024)
  • Aber: Erst wenn alle Vermögenswerte aufgebraucht sind
  • Immobilie muss ggf. verkauft werden (Ausnahmen: selbstgenutzt + angemessen)
  • Partner-Einkommen wird angerechnet

Wie verhinderst du das?

1. Entnahmerate drastisch reduzieren

Statt 8,6 % → maximal 5 % entnehmen
→ 1.042 € monatlich statt 1.800 €
→ Kapital reicht 25-30 Jahre

2. Teilweise in Sofortrente umschichten

100.000 € in Sofortrente umschichten
→ Garantiert 450-550 € monatlich lebenslang (je nach Alter/Anbieter)
→ Reduziert Langlebigkeitsrisiko

3. Leibrente aus Immobilie

Falls du ein Haus besitzt:

  • Haus verkaufen, aber lebenslang drin wohnen bleiben
  • Einmalzahlung zur Aufstockung des Kapitals
  • Oder: Monatliche Rentenzahlung statt Einmalzahlung

Die harte Wahrheit:

Niemand plant, sein Geld zu früh aufzubrauchen. Aber es passiert häufiger als gedacht.

Hauptgründe:

  1. Überschätzte Rendite (erwartet: 7 %, realistisch: 4-5 %)
  2. Unterschätzte Lebenserwartung
  3. Vergessene Inflation bei der Planung
  4. Unvorhergesehene Kosten (Pflege, Gesundheit)
  5. Sequence-of-Returns-Risiko (Crash in den ersten 5 Jahren)

Mein Rat:

Lieber 200 € weniger pro Monat entnehmen und sicher sein, als mit 85 vor dem Nichts zu stehen.

Ja, unbedingt.

Warum?

Lass uns zwei Szenarien vergleichen:

Szenario 1: 100 % Cash/Tagesgeld

  • Startkapital: 300.000 €
  • Entnahme: 1.200 € monatlich (14.400 € jährlich = 4,8 %)
  • Rendite: 0 % (Cash)
  • Inflation: 2 % p.a.
  • Ergebnis: Dein Geld ist in 18 Jahren aufgebraucht (mit 85)

Warum so schnell?
Weil die Inflation deine Kaufkraft auffrisst. 1.200 € heute sind in 18 Jahren nur noch 840 € Kaufkraft.

Szenario 2: 60 % ETFs, 40 % Anleihen

  • Startkapital: 300.000 €
  • Entnahme: 1.200 € monatlich (14.400 € jährlich = 4,8 %)
  • Rendite: 5 % p.a. (nach Inflation)
  • Ergebnis: Dein Geld reicht 35+ Jahre, evtl. ewig

Die Rechnung ist eindeutig: Ohne Rendite ist dein Kapital viel schneller weg.

Aber was ist mit dem Risiko?

Ja, ETFs schwanken. Aber:

1. Langfristig erholen sich Märkte
Selbst der Crash 2008 (-50 %) war nach 5 Jahren wieder ausgeglichen.

2. Du brauchst nicht alles sofort
Mit der Bucket-Strategie hast du 2-3 Jahre Cash-Puffer → Du musst nicht in der Krise verkaufen.

3. Inflation frisst Cash
Bei 3 % Inflation verlierst du 30 % Kaufkraft in 10 Jahren.

Beispiel:

  • Heute: 1.200 € monatlich
  • In 10 Jahren (3 % Inflation): 1.200 € haben nur noch 895 € Kaufkraft
  • Du brauchst dann 1.612 € für denselben Lebensstandard

Ohne Rendite aus Aktien kannst du diese Inflation nicht ausgleichen.

Empfohlene Aufteilung im Ruhestand:

67-75 Jahre:
60 % Aktien-ETFs (MSCI World), 40 % Anleihen/Tagesgeld

75-85 Jahre:
40 % Aktien-ETFs, 60 % Anleihen/Tagesgeld

85+ Jahre:
20 % Aktien-ETFs, 80 % Anleihen/Tagesgeld

Begründung:
Je älter du wirst, desto weniger Zeit hast du, Börsencrashs auszusitzen.

Was ist mit Dividenden-Strategie?

Alternative: Investiere in dividendenstarke ETFs und lebe von den Ausschüttungen.

Beispiel:

  • 300.000 € in Dividenden-ETF (z.B. SPDR S&P Global Dividend Aristocrats)
  • Dividendenrendite: 3,5 % p.a.
  • Ausschüttung: 10.500 € jährlich = 875 € monatlich

Vorteil:

  • Du verkaufst keine Anteile → Kapital bleibt erhalten
  • Psychologisch angenehm (“Ich lebe von den Zinsen”)

Nachteil:

  • Geringere Entnahme als bei 4-Prozent-Regel
  • Dividenden sind nicht garantiert (können gekürzt werden)
  • Steuerlich ineffizienter (Dividenden voll steuerpflichtig)

Mein Rat:

60 % Aktien/ETFs im Ruhestand ist kein Risiko, sondern notwendig, um die Inflation zu schlagen.

Wer mit 67 alles in Cash legt, riskiert Altersarmut mit 85.

Das größte Risiko bei Entnahmestrategien.
Wichtiger als die durchschnittliche Rendite.

Was ist das?

Die Reihenfolge der Renditen ist entscheidender als die durchschnittliche Rendite.

Beispiel:

Szenario A: Gute Jahre am Anfang

  • Jahr 1-5: +10 % Rendite pro Jahr
  • Jahr 6-20: +5 % Rendite pro Jahr
  • Durchschnitt: 6,25 % p.a.

Szenario B: Schlechte Jahre am Anfang

  • Jahr 1-5: -5 % Rendite pro Jahr
  • Jahr 6-20: +10 % Rendite pro Jahr
  • Durchschnitt: 6,25 % p.a.

Beide Szenarien haben die gleiche durchschnittliche Rendite (6,25 %). Aber:

Bei Szenario A (gute Jahre zuerst):
Dein Kapital (300.000 € Start, 1.200 € monatliche Entnahme) reicht 40+ Jahre.

Bei Szenario B (schlechte Jahre zuerst):
Dein Kapital ist nach 22 Jahren aufgebraucht.

Warum dieser massive Unterschied?

Weil du in den schlechten Jahren (Szenario B) aus einem schrumpfenden Portfolio entnimmst.

Die Zahlen:

Szenario B im Detail:

Jahr 1:
300.000 € – 5 % = 285.000 € – 14.400 € Entnahme = 270.600 € Endkapital

Jahr 2:
270.600 € – 5 % = 257.070 € – 14.400 € Entnahme = 242.670 € Endkapital

Jahr 3:
242.670 € – 5 % = 230.537 € – 14.400 € Entnahme = 216.137 € Endkapital

Nach 5 Jahren schlechter Rendite:
Kapital ist auf 185.000 € gesunken (von 300.000 €).

Selbst wenn die nächsten 15 Jahre +10 % Rendite bringen, kann das Portfolio sich nie richtig erholen, weil die Basis zu stark geschrumpft ist.

Wie schützt du dich vor dem Sequence-of-Returns-Risiko?

1. Bucket-Strategie (siehe oben)

Du hast 2-3 Jahre Cash-Puffer → Du musst in den ersten kritischen Jahren nicht aus einem gefallenen Portfolio entnehmen.

Beispiel:
2008 crasht die Börse um 50 %. Dein ETF-Portfolio fällt von 200.000 € auf 100.000 €.
Aber: Du hast 36.000 € Cash (3 Jahre x 1.000 € monatlich) → Du verkaufst nichts und wartest, bis sich der Markt erholt.

2. Dynamische Entnahme

In schlechten Börsenjahren entnimmst du 20-30 % weniger.

Beispiel:

  • Normal: 1.200 € monatlich
  • Crash-Jahr (-30 % Rendite): Nur 840-960 € monatlich
  • Erholung-Jahr (+20 % Rendite): Wieder 1.200 € monatlich

Problem: Funktioniert nur, wenn du flexibel bist und deine Ausgaben anpassen kannst.

3. Teilzeit-Arbeit in den ersten 5 Ruhestandsjahren

Die ersten 5 Jahre sind die kritischsten.

Idee:
Arbeite in den ersten 5 Jahren im Ruhestand noch 15-20 Std./Woche (800-1.200 € monatlich).

Effekt:
Du reduzierst deine Entnahme in den ersten 5 Jahren um 50-70 % → Dein Portfolio kann in Ruhe wachsen.

Nach 5 Jahren:
Dein Portfolio ist deutlich größer und robuster gegen Sequence-of-Returns-Risiko.

4. Arbeite 2-3 Jahre länger (bis 69-70)

Jedes zusätzliche Arbeitsjahr:

  • Erhöht dein Startkapital (mehr angespart)
  • Reduziert den Entnahmezeitraum (2-3 Jahre weniger)
  • Senkt die benötigte Entnahmerate

Beispiel:
Bis 69 statt 67 arbeiten = 48.000 € mehr Kapital + 2 Jahre weniger Entnahme
→ Reduziert Sequence-of-Returns-Risiko um ca. 40 %

Fazit:

Die ersten 5-10 Jahre deines Ruhestands sind entscheidend.

Ein Crash in dieser Phase kann alles zunichte machen, selbst wenn die nächsten 20 Jahre gut laufen.

Schütze dich:

  • Bucket-Strategie (Cash-Puffer)
  • Dynamische Entnahme (weniger in Crashjahren)
  • Teilzeit-Arbeit in den ersten Jahren
  • 2-3 Jahre länger arbeiten

Oder: Akzeptiere eine niedrigere Entnahme (3,5 % statt 4,5 %), um das Risiko zu minimieren.

Du kennst jetzt deine mögliche Entnahme oder dein benötigtes Startkapital. Was jetzt?

Option 1: Selbst umsetzen

  • Portfolio anpassen: 50-70 % Aktien-ETFs, 30-50 % Anleihen/Tagesgeld
  • Entnahmestrategie wählen: 3-4 % konservativ, 4-5 % moderat, 5-6 % aggressiv
  • Verkaufsplan beim Broker einrichten (Trade Republic, Scalable Capital)
  • Mehr Infos im Sparplanrechner

Option 2: Professionelle Beratung

  • Im Erstgespräch schauen wir uns deine aktuelle Situation an
  • Du bekommst eine realistische Entnahmestrategie inkl. Steueroptimierung
  • Wir entwickeln eine Bucket-Strategie oder dynamischen Entnahmeplan
  • Keine Verkaufsagenda, nur Fakten
  • Kostenloses Erstgespräch vereinbaren

Die Zahlen stehen. Jetzt geht’s um die richtige Strategie.

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